Donnerstag, 29. Januar 2015

Aus meinem neuen eBook



Hier ein Vorgeschmack auf mein neues eBook mit dem Arbeitstitel »Genkind«, das demnächst bei Amazon erscheinen wird. In der Geschichte, die im Jahr 2030/31 spielt, geht es um einen kleinen Jungen, der auf einer Insel mitten im Rhein aufgewachsen ist und nun mit einem Mädchen im Central Park in Manhattan in New York sitzt:

Sie hatte wirklich keine Ahnung von unserem Planetensystem, sonst wäre ihr bewusst gewesen, dass der runzlige Merkur noch schwieriger zu erreichen war als der Mars. Bei der Venus musste die Trägerrakete erst mal Schwung holen, dann kam sie der Sonne gefährlich nahe. Obwohl, interessanter als der graue Mond war der an manchen Stellen blau schimmernde Merkur schon, denn dort spuckten noch richtige Vulkane ihre Lava in die Gegend, es gab Magnetismus und Wassereis in den Kratern, am Nordpol Billionen Tonnen davon, zudem, wenn mich nicht alles täuschte, sogar zur Überraschung aller Forscher organische Materialien.
»Der Merkur ist so nah an der Sonne, dass du während des Merkur-Tages geröstet würdest, während der Merkur-Nacht aber tiefgefroren«, informierte ich Irma.
Sie lachte: »Das wäre doch ein Planet für die Bärtierchen!«
Ich ließ meiner Fantasie freien Lauf und erzählte Irma eine Geschichte: 
»Es war einmal, das ist nicht ganz sechzig Jahre her, da schickte die amerikanische Weltraumbehörde NASA zum ersten Mal eine Sonde aus, um nach dem Merkur zu sehen. Damals, 1974 und 1975 nach unserer Zeitrechnung, flog Mariner 10 am Merkur vorbei. Dann geschah lange, lange nichts, bis sich 2004 Messenger auf den Weg machte und 2011 im Orbit von Merkur verschwand. Schließlich sandten Europa und Japan im Jahr 2022 Bepi Colombo als Spion aus.«
»Ein komischer Name«, warf Irma ein.
Ich ließ mich nicht beirren und erzählte meine erfundene Geschichte weiter: »Ich habe mir die vielen Bilder, Berichte und vor allem die Bänder von der europäischen Weltraumbehörde ESA besorgt. Erst als ich mir von Sowohl-Als-Auch die Aufzeichnungen der JAXA aus dem Japanischen übersetzen ließ und sie abhörte, da erschien plötzlich zwischen dem Gewirr an Funksprüchen eine undeutliche Nachricht, die offenbar noch niemand vor mir entdeckt hatte. Sie war eindeutig nicht von dieser Welt sondern außerirdisch.«
Eine Kinderfrau blieb mit einem Kinderwagen aus durchsichtigem Plastik neben unserer Bank stehen. Vermutlich erwartete sie, dass wir ihr Platz machten, aber wir dachten nicht daran, es wurde gerade spannend, wobei ich selber noch nicht wusste, wie es weiterging.
»Wir sehen euch, doch ihr seht uns nicht«, hieß die Botschaft vom Merkur, behauptete ich und fuhr fort: »Es war gruselig, da tauchte diese merkwürdige Info auf und keiner außer mir hatte sie bemerkt. Ich wurde von Entdeckerfreude gepackt, sah wie im Fieber alles durch, was aufgezeichnet worden war. Und da, auf einmal, fand ich unter den Aufzeichnungen der letzten Passage wieder eine geheimnisvolle Botschaft.«
Das Kind im Kinderwagen schrie, die junge Frau schob das Gefährt endlich ein Stückchen weiter, hin zur nächsten Parkbank.
»Was hast du herausgefunden, sage es mir, auf der Stelle«, befahl Irma grinsend.
Ich sagte ihr, was da stand: »Schickt uns noch mehr von den Winzlingen zum Spielen!«
Irma sprang auf, stellte sich vor mich. »Welche Winzlinge denn, was ist damit gemeint?«
»Nun«, sagte ich genüsslich, »auf dem Merkur leben in Gängen tief unter dem Boden große Bärtierchen, die sich dort wohlfühlen, denn Hitze und Kälte macht ihnen bekanntlich nichts aus. An unserem Raumschiff klebten die winzig kleinen Bärtierchen der Erde, die auch im luftleeren Raum überlebten. Von denen wollten die auf dem Merkur noch mehr haben, weil sie die so niedlich fanden.«
Irma klatschte lachend in die Hände, sie erntete einen bösen Blick der Kinderfrau, die das Baby endlich zur Ruhe gebracht hatte.
»Pst!«, zischte die ganz in Blau gekleidete Frau. Sie leckte den Schnuller ab und schob ihn dem Baby mit allen Bakterien von ihrem Speichel daran in den Mund. Ich schüttelte mich insgeheim.
»Siehst du, sie hat ´pst` gemacht, weil das ein Geheimnis bleiben soll«, sagte Irma.
(Nur noch ein wenig Geduld, dann wird die ganze Geschichte veröffentlicht.

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