Dienstag, 7. Oktober 2014

Nebenwirkungen

In einer Zeit, in der sie im Fernsehen bei einem Krimi statt Leichnam „Leich“ sagen, was eigentlich eine mittelhochdeutsche Liedform ist, macht das Reklame-Gucken noch weniger Spaß als vorher. Das HB-Männchen hat sich verabschiedet, es wurde ermordet. Stattdessen springe ich an die Decke, denn ich muss mir Schlimmes anhören:
Von meinem Kopfschmerzgesicht, von aufsteigender Magensäure, nächtlichem Harndrang, Durchfall, Verstopfung, Haarausfall, Bauchschmerzen und Krämpfen. Mir wird unterstellt, ich sei müde und erschöpft, ich werde vor Erkältung gewarnt, die lange dauern und teuer sein kann, dann folgt der Rat, wie ich meine Haut verschönern und optisch glätten kann.  

Was immer das medizinische Fachbuch hergibt, das wird aufgeboten, einschließlich Risiken und Nebenwirkungen. Dennoch soll ich ständig meinen Arzt oder Apotheker fragen. Erst wenn ich ausschalte, klingt es in meinen Ohren: Er ist weg, der Schmerz, mir geht nichts mehr auf den Wecker.     

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